Wir!

Unbeschreibliche Sehnsucht,
sie packt mich von innen heraus.
Ich will sie stillen,
doch sie ist mir immer einen Schritt voraus.

Mit Gedanken bei den Fragen:
Wie soll ich es tun? Was kann ich machen?
Antworten wollen keine kommen
nur dieses unstillbare Verlangen.

Das Bild der alten Zeit,
diese zu rekapitulieren heißt das Ziel,
doch fehlt die Einsicht,
denn die Fehler machen wir!

Echo vom                   08.10.2010

Matt

Ein Treffen mit mir selbst,
zu Zweit und doch allein
wirft der matte Spiegel mir entgegen
die alten Geschichten und Gebein‘.

Stille prägt das Bild
und das Wasser lässt es laufen,
schaue ich verzweifelt
in die kalten grauen Augen.

Durstig nach mir selbst,
der Erkenntnis und dessen Schein,
suche ich nach der Fackel
und nach meinem eigenen Sein.

Mein Blick wird trüb,
der Spiegel zerbricht,
Tränen entkommen meinen Augen,
ein Meer aus Scherben umgibt das Licht.

Echo vom                     01.08.2010

Stimmen

Die Stifte brechen in der Hand
und alle schauen hier gebannt
auf die Geschehnisse der Welt
die nicht nur dich in Atem hält.
Es dich hier innerlich zerreißt,
weil du auch nicht weiter weißt.
Warum musste dies geschehen
und warum mussten sie so gehen.

Mit ihrer Meinung vor sich her
gab es scheinbar nur das Gewehr.
Dadurch sollten die freien Stimmen
für immer schwach verglimmen.

Doch das darf niemals passieren
und wir müssen darauf reagieren!
Verstummen dürfen wir einfach nicht
denn die Gedanken sind auch eine Pflicht!

Echo vom                  09.01.2015

Steril

Schwarz war das Licht, als der Bote vor die Tür schlich.
Hass erfüllte meine Augen, als mein Blick durch den Spion wich.
Die Tür öffnete sich knarrend unter meiner kalten Hand,
und mein Herz wartete auf dieses Moment schon lang gebannt.

Die Worte waren karg, die wir uns entgegenspieen
und blank die Gegenstände, die aus seinen Taschen erschienen.
Seine Handlungen zeigten Routine und sein Wesen puren Alltag,
während meine Seele zersprang, erfüllte er nur seinen Auftrag.

Nachdem er mir gegeben hatte, wofür er kam,
wendete er sich von mir ab und machte sich auf den Weg; lahm.
Ich blieb nun zurück, mit seiner Gabe und meinen Gedanken –
Und was mich so innerlich zerfraß, wird wohl niemals wanken.

Echo vom                   04.11.2012

NATÜRLICH!

Deine Schritte hallen durch die Straßen.
Deine Worte schlagen viele Phrasen
von Lügen und der neuen Angst
und um all das, um das du bangst.
Anderes hören willst du nicht
und verstehst nur das Rauschen dieser Gischt
in der du dich hier stets befindest
und dich freudig in den Rufen windest:

„Sie sollen weg, sie sollen sterben
sie wollen dich doch bloß beerben!
Nicht deine Familie, nicht deine Kinder
NEIN, nur diese Schwindler!
Auch dein Beruf wird bestimmt gestohlen
und sie werden sich dein Haus mit holen,
wie deinen Namen und deinen Verstand.“ –
welcher scheinbar schon lange verschwand!

NATÜRLICH sind die Fremden das Problem,
wie kann dies denn sonst keiner sehen?
NATÜRLICH ist dein Hass gerecht,
warum geht es dir denn sonst so schlecht?

Schiebe ruhig die Schuld weiter auf die Minderheit
und zeige dies, indem du grölend schreist.
Denn jedem ist es doch bekannt,
Recht hat der, der am lautesten etwas verlangt!

Echo vom                  07.01.2015

Totenacker

Alte Birken umgeben von Gischt,
die letzten Bäume, sie waren es nicht.

Sie stehen nur hier,
halten einsam Wache
mit dem feuchten Holz
und der endlosen Starre.

Die Flut, so plötzlich,
sie reißte viele mit.
Nur sie waren geblieben
in dem kargen Schnitt.
Einer Furche in dem Horst.
Viele Vögel, viele Tiere
sind nur noch Tod.

Es ist der Birken Last,
die Gräber nun zu schützen!
Doch sie werden weich
und wer wird sie stützen?

Echo vom                   02.10.2014