NATÜRLICH!

Deine Schritte hallen durch die Straßen.
Deine Worte schlagen viele Phrasen
von Lügen und der neuen Angst
und um all das, um das du bangst.
Anderes hören willst du nicht
und verstehst nur das Rauschen dieser Gischt
in der du dich hier stets befindest
und dich freudig in den Rufen windest:

„Sie sollen weg, sie sollen sterben
sie wollen dich doch bloß beerben!
Nicht deine Familie, nicht deine Kinder
NEIN, nur diese Schwindler!
Auch dein Beruf wird bestimmt gestohlen
und sie werden sich dein Haus mit holen,
wie deinen Namen und deinen Verstand.“ –
welcher scheinbar schon lange verschwand!

NATÜRLICH sind die Fremden das Problem,
wie kann dies denn sonst keiner sehen?
NATÜRLICH ist dein Hass gerecht,
warum geht es dir denn sonst so schlecht?

Schiebe ruhig die Schuld weiter auf die Minderheit
und zeige dies, indem du grölend schreist.
Denn jedem ist es doch bekannt,
Recht hat der, der am lautesten etwas verlangt!

Echo vom                  07.01.2015

Totenacker

Alte Birken umgeben von Gischt,
die letzten Bäume, sie waren es nicht.

Sie stehen nur hier,
halten einsam Wache
mit dem feuchten Holz
und der endlosen Starre.

Die Flut, so plötzlich,
sie reißte viele mit.
Nur sie waren geblieben
in dem kargen Schnitt.
Einer Furche in dem Horst.
Viele Vögel, viele Tiere
sind nur noch Tod.

Es ist der Birken Last,
die Gräber nun zu schützen!
Doch sie werden weich
und wer wird sie stützen?

Echo vom                   02.10.2014

Wasserschlacht

Deine Schritte versinken hier im Schlamm,
an der Küste, hier entlang.
Auf deinem Weg zum Horizont
begegnest du der ein oder anderen Front
aus Tränen und der Gischt.
Dein Herz, es regt sich nicht.

Dein Atem geht so stockend
die Aussicht ist so verlockend.
Sie verspricht dir das zu finden
was deinen Schmerz kann lindern.
Welchen Schmerz, wo kommt er her?
Warum sind deine Glieder nur so schwer?

Vergessen hast du den Grund!
Deine Seele ist so wund
von dem tage-langen Wandern.
Haben es nun alle verstanden?

Die Gezeiten erreichen deine Knie.
Du spürst die Wärme wie sonst nie.
Eine Welle peitscht in dein Antlitz,
in das Meer dein Körper eine Schneise schnitzt.
So gehst du verloren in den Weiten.
Du lässt das Wasser dich nun leiten!

Echo vom                        15.10.2014

Inhalte

Meine Sätze wiegen schwer
und die Gedanken dahinter umso mehr.
Die Worte sind ein Teil
von diesem zerstörten Seelenheil.
Jeder Buchstabe liegt im Staub
und ich, bin ich schon Taub?
Dass ich keine Texte mehr verstehe
und keinen Gedanken mehr sähe?

Abgegrenzt durch meine Satzzeichen
liege ich in unter diesen Eichen.
Ohne Umlaute und deren Wert
zertrenne ich den Sinn mit dem Schwert.

Welchen Sinn ich hier zerteile,
dies zu erzählen braucht eine Weile,
deshalb setze dich an meine Seite
und höre was ich die beschreibe!

Echo vom                  03.01.2015

Gedankenlauf

Diese Seele hallt im Leeren
in die Richtung der neuen Zeit,
was sind meine Worte wert
in dem Ort des ewigen Neids.
Alle Taten sind gesprochen
und die Worte fielen weg.
Dein Körper liegt hier still im Schatten
unter den Adern fließend Dreck.

Die letzten Blicke liegen fern
und der Zukunft zu gewandt,
doch der Geist bleibt stetig hier
von dem Körper eingerahmt.

Nun schweifen die Gedanken fort
offen für den ruhigen Moment.
Vergessen wird der Ursprung nie
und all das, was man stets erkennt.

Echo vom                  03.01.2015

Angesicht

Flügel tragen Beine schwer wie Blei
an dem Fenster hier vorbei,
Wessen Arme schwer nur hängen?
Nun der Körper muss sich drängen
durch einen engen Spalt, der einem Spiegel gleicht,
ist es doch die Zeit, die hier entweicht.

Die Zeit sie trägt nun fort,
diesen Körper an einen Ort.
Ein Platz der nicht gefunden werden kann
und an diesem hängt ein Bann,
der dazu leitet hier zu schlafen.
Dass Leute es noch wagen?

Erneut zu schlagen und zu schlagen
und den Rücken zu beladen!
Während der Körper weiter bricht
reden wir von deinem Angesicht.

Echo vom                   14.07.2014

Waidmanns Heil

Die Jagd beginnt
und jeder nimmt
daran Teil
Waidmanns Heil!

So fliegt der Pfeil,
so schlägt das Beil
in das Wild,
denn es gilt
nichts mehr als die Trophäe
und wehe
man gehe
ohne eins der Rehe:
ohne es zu jagen,
ohne sich zu laben
an dem Gute,
an der Rute
und den hitzigen Fluten
des schmerzenden Blutens!

So geht es durch den Wald,
überall schallt‘s,
überall kracht‘s
mit schwarzen Pulvers Macht
in dieser Schlacht
in all seiner Pracht!

All diese Glorifizierung!
Sie sind Verzierung!
An den Wänden,
in ihren Händen
wird es enden.

Echo vom                   05.06.2014