Rückschritt

Sprich dich hier ruhig aus,
sag mir dein Belangen.
Was halten diese Stangen,
deines längst verfall‘nen Haus‘s?

Was hast du bloß geglaubt,
als du es hast verlassen
und wurdest in den Gassen
mehr als einmalig beraubt.

Zeig mir nun zum Schluss,
was ich dir erhalten muss,
damit du kommst zurück;

Lass uns hier beginnen,
uns nun neu entsinnen
und begleite mich ein Stück.

Echo vom                    29.10.2013

Begehren, oder: Leichenschmaus

Die alten Herzen werden gepellt
wurden hier vor langer Zeit bestellt.
Der Gaumenschmaus kann nun beginnen,
doch niemand kann sich hier entsinnen
wer dieses Festmahl hier doch wollte,
wem man damit seinen Respekt zollte.

Zwei bleiche Leiber blieben zurück,
sind nicht mehr in einem Stück.
Um ihren Verlust vielleicht zu verkraften
blieben ihre Hände an einander haften.
Auch ein Saft trat aus ihnen heraus
und wurde zur Soße für den Leichenschmaus.

Doch niemand aß und alle schwiegen,
niemand war des Mutes die Sünde aufzuwiegen,
die sie begangen als sie blieben
und ihre eigenes Leben mehr als alles andere liebten.

Echo vom                 05.05.2015

Schüren

Es ragt empor an des Himmels Gischt,
schenken wird es sein erstes und letztes Licht;
wie eine Hand, die weniger schenkt als nimmt,
hat es schon längst erkannt, dass der Wind es bestimmt.

Fleißig züngelt es und lässt nichts zurück,
das Rot verbraucht bis zum Ende Stück für Stück;
geschürt wird es durch das kleinste Teil
und im Fressen sucht es sein unauffindbares Heil.

Flucht aus dem Rot zum Orange als Lebensziel ,
dabei verliert es doch so unglaublich viel;
ohne seine Heimat und seine Nahrung,
schreitet es zu seiner letzten Offenbarung:

Aus der Furcht vor dem alles schwärzenden Nichts,
nährt es durch seinen letzten Proviant sein letztes Licht,
lässt alles absterben, auch sein inneres;
lässt eine Glut zurück und wird sterben um kein Minderes!

Echo vom                    10.05.2011

Gewissheit

Blut tritt aus der Wunde, die entstand, als du schwiegst,
die entstand, als du nicht mehr sagst, dass du mich liebst.
Meine Gedanken rasen schon: um das Wie; um das Warum.
Deine Augen setzen mir nach – deine Antwort, die bleibt stumm.
Meine Gefühle ringen nach Luft, du suchst nach einem Wort,
deine Lippen bewegen sich stumm, rastlos und immer fort
um zu beschreiben, wofür keine Worte existieren,
sowie kein Klang, kein Ton, kein Laut – du scheinst zu kollabieren

Mein Herz verkrampft, in dem Moment, als du versuchst zu gehen
ohne Erklärung – deine Zunge bricht an deinen Zähnen,
die wie eine Front unser gegenseitig Verständnis hemmt
und was ist es, das man in dieser Situation erkennt?

Spricht hier der Hass, die Angst, die Furcht vor unseren letzten Sätzen?
Wir schlucken schwer, als Tränen unsere Augen benetzen.
Du reißt dich los, aus der einsamen Zweisamkeit.
Was war es denn, was dich zerfraß, die ganze Zeit?

Echo vom                    21.09.2012

Das Ziel bleibt fraglich

Alle Wege sind begangen
doch keine Schritte sind mehr da
auch an dem Platz der letzten Stunde
liegt nicht einmal ein Haar.

Wo sollen da meine Erinnerungen weilen,
erst Recht die Sätze und die Taten?
Wer sollte sich so etwas erdreisten
dies sich jemals wagen?
Es kommt doch eines Mordes gleich:
Was macht denn einen Menschen aus?
Wenn nicht die Erinnerung an diesen
und das Wissen über seines Lebens Lauf.

Echo vom                  06.04.2015

Allmacht

Eine Einheit, die die Gottheit fürchtet,
in den Fäusten: voller Zorn.
Zerbricht das Gebilde meiner selbst: voller Hohn?
Und zerstört lieg ich nun da!
Was ist aus dem geworden, wofür ich kämpfte;
mit den Händen, Zähnen und blanken Augen
geborsten ist die Hoffnung doch davor das Glauben
und nun werd‘ ich Ihm alles rauben!

Was mir jemals genommen wurde, wird mein‘ sein!
Aus meinen Ruinen baue ich Welten auf,
die keines gleichen kennen
und alles wird für immer brennen!
Das Herz: Es wird auf dem Berg gepfählt!
Hagelsturm und Schwert; was hast du gewählt?
Ein Untergang in Sekunden an dem Tag
von dem ich Jahre brauchte um zu verstehen:

Alles wird zurückkommen von dem Schild des Verrats,
dass du mir damals entgegen hieltest
in dem Moment als du mit mir fielst.
In dem Herzschlag als ich auf dem Boden aufschlug; was du nie tatst.

Echo vom                   23.05.2012

Wasser

Steine sind es, die dich tragen,
auf den Boden, auf den Grund.
Immer wieder neue Taten
erhallten ständig Stund‘ um Stund‘
in dem Wasser, in dem Wissen,
in der Seel‘ und nur in dir
die längst vergessen‘ spröden Worte
deines Weges stummen Ziels.

Wer warst du einst, der du glaubtest,
tun zu können was du willst?
Immer zu and‘re beraubtest,
erhellte das die Frage deines Sinns?
den du verfolgtest mit dem Verstand,
mit Gefühlen, Worten und den Augen;
die jetzt brennen vor Gedanken und vor Salz –

– zerstört wurdest du von deinem falschen Glauben.

Echo vom                   04.03.2012